Volksmärchen

Weitere Märchendichter

Es gibt viele Autorinnen und Autoren, die sich neben ihrem Hauptwerk durchaus auch mit Märchen beschäftigt haben. Einige, deren Werke in Zusammenhang mit Märchen besonders lohnend sind, seien hier aufgeführt:


Charles Dickens

Charles Dickens (1812-1870) war englischer Schriftsteller, der vor allem für seine Sozialdramen, wie zum Beispiel "Oliver Twist" bekannt wurde. Große Bekanntheit erlangte auch sein Roman "Weihnachtslied in Prosa", das viele märchenhafte Aspekte enthält. Die bekannte Geschichte runde um den Geizhals Ebenezer Scrooge wurde schon oft bearbeitet, u.a. von Christian Peitz, der den Stoff zu einem Märchenhörspiel umgearbeitet hat. Es gibt aber aus Charles Dickens' Feder auch direktere Märchenarbeiten. Seine "Ferienmärchen" sind eine klassisches Kunstmärchensammlung.
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Michael Ende

Michael Ende (1929-1995) war der Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende und wurde durch seine beiden "Jim Knopf"-Romane bekannt (1960/62). Dieses wie auch seine folgenden Werke "Momo" (1973), "Die unendliche Geschichte" (1979) und "Der Wunschpunsch" (1989) enthalten bereits viele märchenhafte Motive, sind aber eher der Gattung Fantasy zuzuordnen. Michael Endes Märchen sind nicht so bekannt geworden wie seine Romane, aber in der Sammlung "Die Zauberschule und andere Geschichten" sind die meisten zusammengetragen. Beispiele sind "Das Traumfresserchen" oder die Dornröschen-Variante "Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel". Website: michaelende.de

Erich Kästner

Erich Kästner (1899-1974) war im Schwerpunkt Autor realistischer Kinderbücher wie "Das doppelte Lottchen", "Das fliegende Klassenzimmer", "Emil und die Detektive" oder "Pünktchen und Anton". Aber er hat auch märchenhafte Bücher geschrieben, so zum Beispiel "Die Konferrenz der Tiere" oder "Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee". Eher unbekannt sind seine Neubarbeitungen von Märchen und Sagen: "Till Eulenspiegel", "Baron Münchhausen" oder "Der gestiefelte Kater". Gerade seine Fassung des letztgenannten, bekannten Volksmärchens sollte in einer Auseinandersetzung mit dem Thema "Kunstmärchen" unbedingt berücksichtigt werden.
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Astrid Lindgren

Die Schwedin Astrid Lindgren (1907-2002) gehört zweifelsohne zu den weltweit bekanntesten Kinderbuchautorinnen und -autoren. Ihre Bücher "Pippi Langstrumpf", "Ronja Räubertochter" oder "Kalle Blomquist" wurden in zahllosen Auflagen und Übersetzungen veröffentlicht. Nebenher hat Astrid Lindgren immer wieder auch einfache Märchen geschrieben, die mal gruselig, mal rührend die ganze Spannweite der Gattung abdecken und einige Bezüge zur nordischen Märchenwelt haben. Eine Sammlung ist unter dem schlichten Titel "Märchen" erschienen. Website: astrid-lindgren.de
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Paul Maar

Paul Maar, geboren 1937 in Schweinfurt, bringt man auf den ersten Blick auch nicht unbedingt mit Märchen in Verbindung, sondern eher mit seiner bekanntesten Kinderbuchfigur, dem Sams. Einen Ausflug in die orientalische Märchenwelt hat er im Rahmen seines Kinderromans "Lippels Traum" (1984) unternommen. Aber wenn man in seinem Werk etwas weiter zurückgeht, gibt es die kleine Geschichtensammlung "Der tätowierte Hund" (1968) die eine ganz wunderbare Version von "Hänsel und Gretel", nämlich eine aus Sicht der Hexe erzählte, enthält. Auch die Sammlung "Kreuz und Rüben, Kraut und quer" enthält einige, kleine Märchen, und ein großes ist unter dem Titel "In einem tiefen, dunklen Wald" erschienen. Website: wunschpunkte.de
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Otfried Preußler

Otfried Preußler (1923 geboren) hat sich vor allem durch "Der Räuber Hotzenplotz" und "Krabat" einen Namen gemacht. Der fantastische Roman "Krabat" deutet bereits auf Preußlers Märchenaffinität hin, den er beruht auf verschiedenen Volkssagen aus der Lausitz, die Preußler zu etwas Neuem verwoben hat. Ähnlich ist er in "Die Abenteuer des starken Wanja" vorgegangen. Hier hat er aus verschiedenen russischen Volksmärchen einen Märchenroman gemacht. Aber auch seine Bücher "Die kleine Hexe" und "Der kleine Wassermann" können in dem Zusammenhang gesehen werden, denn auch hier wurden aus sagenhaften Fabelwesen Kinderbuchhelden gemacht, wenn auch mit weniger direkten inhaltlichen Bezügen. Das Buch "Zwölfe hat's geschlagen" hingegen ist ein Märchen- und Sagenbuch, in dem Preußler Stoffe aus unterschiedlichen Regionen neu erzählt hat. Website: preussler.de
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Joanne K. Rowling

Die englische Autorin Joanne K. Rowling (geboren 1965) ist innerhalb kürzester Zeit zur bekanntesten Kinderbuchautorin der Welt avanziert. Wegbegleiter war ihre Romanfigur, der Zauberlehrling "Harry Potter". Als Nebenprodukt hat sie 2008 das Märchenbuch "Die Märchen von Beedle, dem Barden" veröffentlicht. Beedle ist hierbei ein fiktiver Märchensammler, ähnlich wie die Brüder Grimm. Aber während die Volksmärchen der Brüder Grimm von Menschen handeln, deren Probleme oft durch Zauberei verursacht oder aber auch gelöst werden, handeln diese Märchen von Zauberern selbst. Diese geraten dann in schwierige Situationen, die nur ohne Zauberei gelöst werden können. Website: jkrowling.com
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J. R. R. Tolkien

J.R.R. Tolkien (1892-1973) ist der wohl bedeutenste Autor im Bereich Fantasy. Sein für die Entwicklung der Gattung wegweisender Roman "Der Herr der Ringe" ist weltberühmt, ebenso wie das Kinderbuch "Der Hobbit", das inhaltlich eine Art Vorgeschichte erzählt. Tolkiens großes Interesse galt der Sprache, weshalb er seine Mittelerde-Welt rund um die genannten Werke auf der fiktiven Sprache "Elbisch" aufbaute. Tolkien hatte Sprachen studiert, sowohl Latein, Altgriechisch und Walisisch als auch die germanischen Sprachen. Bevor er seine Mittelwerde-Welt entwickelte, schrieb er Märchen, die bereits viele stilistische Vorausdeutungen auf sein späteres Werk hatten. Drei seiner Märchen sind in dem Buch "Fabelhafte Geschichten" veröffentlicht. Hierbei gibt es einige Bezüge zu bekannten englischen Volksmärchenmotiven.
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