Volksmärchen

Friedrich von der Leyen

Friedrich von der Leyen (1873-1966) war ein deutscher germanistischer Volkskundler und Mediävist. Seine Ehefrau war die Malerin Helene von der Leyen (1874–1950). Zwar ist er nicht im eigentlichen Sinne den Märchendichtern zuzurechnen, weil er "nur" Herausgeber war, aber wegen seiner großen Verdienste soll auch er hier vorgestellt werden.

Er studierte bis 1894 an der Universität Marburg, der Universität Leipzig und an der Universität in Berlin. Nach seinem Studium wurde er 1894 bei Karl Weinhold mit einer Arbeit über die frühmittelhochdeutsche Rede vom Glauben des Armen Hartmann promoviert. Die Münchner Habilitationsschrift (1899) befasste sich mit dem Märchen in den Göttersagen der Edda.

Von 1920 bis 1937 hatte er einen Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Köln inne. 1937 wurde er von den Nationalsozialisten zum Senator der Deutschen Akademie der Dichtung ernannt. Im Jahr darauf veröffentlichte er eine Untersuchung über "Die Götter der Germanen". Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Honorarprofessor in Köln und München tätig (1947 bis 1953).

In seiner umfangreichen Sammler- und Herausgebertätigkeit vermittelte er „altdeutsche Dichtung“ auch an breitere Kreise. Die Märchenforschung und die Volkskunde nehmen eine zentrale Stellung in seinem Werk ein. Von der Leyen war Begründer und Herausgeber der Buchreihe Die Märchen der Weltliteratur. Verleger dieser außergewöhnlichen Reihe von Märchensammlungen war Eugen Diederichs (1867–1930). Der Marburger Sagen- und Märchenspezialisten Paul Zaunert (1879–1959) war weiterer Unterstützer des Projektes. Nach von der Leyens Tod übernahmen zunächst Felix Karlinger (1920–2000), dann Kurt Schier (*1929) und schließlich seit 1989 Hans-Jörg Uther (*1944) die Projektleitung. Mittlerweile ist die Reihe auf insgesamt 173 erschienene Bände angestiegen – ohne die Neuausgaben bleiben immer noch 156 unterschiedliche Märchenbände.

Buchempfehlungen

  • Buchreihe: Diederichs Märchen der Weltliteratur (Amazon)






















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