Volksmärchen

Elisabeth Dauthendey

Elisabeth Dauthendey (1854-1943) wurde in Sankt Petersburg geboren. Sie war die jüngste von vier Töchtern des Hoffotographen von Zar Nikolaus I., Carl Dauthendey, und seiner Frau Anna. Ihr Mutter nahm sich das Leben, als Elisabeth ein Jahr alt war. Der Vater heiratete später Caroline Charlotte Friedrich. Aus dieser Ehe ging Elisabeths Halbbruder, der Dichter Max Dauthendey, hervor.

Als Elisabeth knapp zehn Jahre alt war, ließ sich die Familie in Würzburg nieder. Nach der Schule legte sie ein Lehrerinnenexamen ab und arbeitete zunächst in Königsberg, später in London und kam schließlich nach Würzburg zurück. Sie setzte sich für Frauenrechte (u.a. die Studienzulassung von Frauen) ein und arbeitete vor allem als Hauslehrerin. Häufig war sie auch auf Reisen. Zwischen 1898 und 1934 erschienen ca. zwanzig Bücher aus ihrer Feder.

Da sie "Halbjüdin" war, drohten ihr ab 1933 Berufsverbot und Verfolgung durch die Nazis. Sie versuchte dieser Gefahr mit schriftstellerischer Enthaltsamkeit zu begegnen. Die letzten Lebensjahre waren deshalb von erheblicher finanzieller Not gekennzeichnet. Sie starb in ihrem neunzigsten Lebensjahr, zwei Jahre vor Kriegsende. Ihr Nachlass verbrannte bis auf ein (von Dr. Michael Gerhard 1976 publiziertes) Manuskript zu einer Märchensammlung bei dem großen Brand in Würzburg. Nimmt man diese Märchen aus ihrem Nachlass aus, gab es seit der Machtergreifung durch die Nazis keine Veröffentlichungen oder Neuauflagen ihrer Romane und Märchen.

Buchempfehlungen

Märchen:
  • Märchen, 1910
  • Die Märchenwiese. Märchen, Geschichten und Gedichte, 1912
  • Märchen von heute, 1920
  • Akeleis Reise in den goldenen Schuhen und andere Märchen, 1922
  • Märchen, aus dem Nachlaß hrsg. von Michael Gebhardt, 1976